Experte für grüne Energie verstärkt D-MAVT

Kent Warren wurde zum Professor für Solarenergietechnik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik ernannt. Der 32-Jährige ist Experte für die Nutzung von Solarenergie mittels thermochemischer Prozesse und Mitbegründer von OMC Thermochemistry, einem Start-up, das auf die Herstellung von grünem Wasserstoff aus Wasser und nachhaltigen Wärmequellen spezialisiert ist. Er beginnt am 1. April 2025.

Portrait Kent Warren
Kent Warren  (Bild: privat)

Willkommen am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik (D-MAVT). Warum haben Sie sich entschieden an die ETH Zürich ans D-MAVT zu kommen?
Das Renommee des Departements Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der ETH Zürich spricht natürlich für sich. Besonders reizt mich an dieser akademischen Position jedoch die Möglichkeit, auf dem beeindruckenden Erbe von Aldo Steinfeld, Professor für erneuerbare Energieträger, aufzubauen und die ETH Zürich weiterhin als führende Institution im Bereich der Solarenergietechnik zu stärken. Für mich ist dies eine einmalige Gelegenheit.

Können Sie mehr über Ihre Forschung im Bereich der Solarenergietechnik erzählen? Was sind einige der wichtigsten Herausforderungen und Chancen?
Bei «Solarenergietechnik» denken die meisten Menschen an Photovoltaikanlagen, die erneuerbaren Strom für Haushalte und Unternehmen erzeugen. Diese mittlerweile weit verbreitete Technologie hat zweifelsohne einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, unsere Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Gleichzeitig hat sie jedoch auch den Bedarf an kostengünstiger Energiespeicherung deutlich gemacht. Schliesslich ist es unrealistisch, Energie nur dann zu nutzen, wenn die Sonne scheint.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass viele der kohlenstoffintensivsten Industrien schwer zu elektrifizieren sind, da sie hauptsächlich auf fossile Wärme und/oder Chemikalien angewiesen sind.

Meiner Ansicht nach ist eine der vielversprechendsten Lösungen die Konzentration von Sonnenlicht: Diese lässt sich entweder als Wärme für eine spätere Nutzung speichern oder effizient in chemische Energie umwandeln. Die Entwicklung von Technologien, die dies ermöglichen, ist mein Hauptziel für die kommenden Jahre.

Wenn Sie in die Zukunft blicken, was sind Ihre Hauptziele und Wünsche für Ihre Zeit an der ETH Zürich?
Generell setze ich mir hohe Ziele. Ein erstes, kurzfristiges Ziel– neben einer Festanstellung – ist es, in meinem Labor eine kollegiale und teamorientierte Forschungskultur zu etablieren. Auch wenn das schwer messbar ist, bin ich überzeugt, dass eine solche Umgebung die Grundlage dafür schafft, auch meine ehrgeizigen, langfristigeren Ziele zu erreichen.

«Meiner Ansicht nach ist eine der vielversprechendsten Lösungen die Konzentration von Sonnenlicht: Diese lässt sich entweder als Wärme für eine spätere Nutzung speichern oder effizient in chemische Energie umwandeln.»
Kent Warren

Sie sind Mitbegründer und Chief Scientific Officer (CSO) des Start-ups OMC Thermochemistry, das grünen Wasserstoff produziert. Was hat Sie dazu bewogen, Ihre akademische Karriere fortzusetzen, anstatt sich vollständig diesem Unternehmen zu widmen?
Die Technologie, die OMC Thermochemistry von der University of Colorado Boulder lizenziert hat, hat inzwischen einen Reifegrad erreicht, bei dem nur noch minimaler Forschungsaufwand erforderlich ist. Das bedeutet, dass sich die Hauptaufgabe von Forschung und Entwicklung hin zum technischen Design und zur Implementierung verschoben hat – ein Bereich, der grösstenteils ausgelagert wird.

Mein Wunsch, weiterhin aktiv in der Forschung tätig zu sein und neue Wege zur nachhaltigen Energieumwandlung und -speicherung zu entdecken, hat mich letztendlich bewogen, den akademischen Weg fortzusetzen. Zudem schätze ich die Möglichkeit, weiterhin die nächste Generation von Ingenieurinnen und Wissenschaftlern zu betreuen - ähnlich wie ich es an der University of Colorado Boulder getan habe.

Wie sehen Sie Ihre unternehmerische Erfahrung in Bezug auf Ihre Forschung und Lehre an der ETH Zürich?
Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus meiner unternehmerischen Tätigkeit ist, dass es innerhalb der Industrie etliche etablierte Lösungen zur Umsetzung thermochemischer Prozesse im industriellen Massstab gibt, die ausserhalb der Branche weitgehend unbekannt sind. Wenn wir dieses Wissen gezielt einsetzen, könnte die Entwicklung neuer Technologien zur nachhaltigen Energieumwandlung und -speicherung, insbesondere bei hohen Temperaturen, deutlich schneller vorangetrieben werden.

Diese Erfahrungen plane ich künftig nicht nur in die Forschung meines Labors, sondern auch in meine Vorlesungen einfliessen zu lassen. Ich bin davon überzeugt, dass es die Wissensvermittlung verbessert, wenn man die Ingenieurwissenschaft mit Anwendungen aus der Praxis verbindet.

Warum haben Sie sich ursprünglich für Ingenieurwesen entschieden? Wollten Sie schon immer zu nachhaltigen Energielösungen beitragen, oder hat sich dieses Interesse im Laufe der Zeit entwickelt?
Schon früh habe ich mich für Mathematik und Naturwissenschaften begeistert. Als ich älter wurde und begann, über meine Zukunft nachzudenken, war mir klar, dass ich einen Beruf ergreifen wollte, der eng mit diesen Interessen verbunden ist. Da meine Familie hauptsächlich aus Grundschullehrern besteht, konnte sie mir in diesem Bereich wenig aus eigener Erfahrung raten. Also suchte ich das Gespräch mit einem meiner Physik- und Mathematiklehrer an der High School, der früher bei der NASA tätig war. Er war es, der mir den Ingenieurberuf nahebrachte und mir empfahl, Maschinenbau in Betracht zu ziehen.

Um es kurz zu machen: Ich entschied mich für die Valparaiso University, wo ich – so als ob es Schicksal gewesen wäre - als studentischer Forschungsassistent in der Solar Energy Research Facility arbeitete. Diese Einrichtung wurde von Professor Robert Palumbo geleitet, dem ehemaligen Leiter des High Temperature Solar Technology Laboratory am Paul Scherrer Institut. Dort erhielt ich einen tiefen Einblick in das immense Potenzial der Solarenergie, unsere Energieinfrastruktur zu revolutionieren, und entschloss mich, meine Karriere der Förderung ihrer Umsetzung zu widmen.

Als letzte Frage: Können Sie uns eine Sache über sich erzählen, die wir nicht aus Ihrem Lebenslauf erfahren können?
Sport hat in meinem Leben immer eine grosse Rolle gespielt. Dank dieser Leidenschaft und einer Menge harter Trainings habe ich es sogar geschafft, College-Football an der Valparaiso University zu spielen. Heute nehme ich zwar nicht mehr an Wettkämpfen teil – abgesehen von gelegentlichen Basketballspielen–, aber ich geniesse nach wie vor das Fitness- und Training, das mit Sport auf hohem Niveau einhergeht.

Wenn Sie mich also in einer der ASVZ-Einrichtungen oder in einem Fitnessstudio in der Stadt treffen oder mich in einer Bar sehen, während die San Francisco 49ers spielen, zögern Sie nicht, mich anzusprechen!
 

Kurzprofil

  • 2023-2025 Research Associate im Department of Chemical and Biological Engineering an der University of Colorado Boulder, USA
  • 2021-heute Mitbegründer und CSO von externe Seite OMC Thermochemistry
  • 2021 Adjunct Professor, Valparaiso University, USA
  • 2019-2023 Postdoctoral Associate, University of Colorado Boulder, USA
  • 2019 Postdoctoral Associate, University of Florida, USA
  • 2019 Doktorgrad in Maschinenbau, University of Florida, USA
  • 2017 Master in Maschinenbau, University of Florida, USA
  • 2015 Bachelor in Maschinenbau, Valparaiso University, USA
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